Elmar Thiel retweeted
> ich, 34, fünf Privatinsolvenzen, die Schufa schickt mir Geburtstagskarten
> seit letzter Woche wieder ein eigenes Girokonto.
> um das zu feiern, will ich endlich mal was Gutes tun. Für die Familie
> meine Oma Gerda, 84, Landfrau seit 48 Jahren, Unterarme wie ein Hafenarbeiter. Die einzige in der Familie, die noch mit mir redet
> Sonntag Dorffest. Oma macht seit 1978 den Kuchenstand. Jedes Jahr. Ohne Ausnahme
> sie backt seit Donnerstag durch: Streuselkuchen, Bienenstich und ihr legendärer Eierlikörkuchen
> ich soll nur die Bleche mit dem Passat hinfahren und „kurz was unterschreiben". Was soll schon passieren (letzte Worte)
> was ich unterschrieben habe: die Anmeldung als Standverantwortlicher
> am Stand wartet schon ein Mann vom Ordnungsamt. Klemmbrett. Warnweste. Vor 8 Uhr morgens. In Deutschland
> „Haben Sie eine Allergenkennzeichnung?"
> Oma: „Da ist Liebe drin"
> er: „Liebe ist kein zugelassener Zusatzstoff"
> er schaut auf die Anmeldung, dann auf mich. „Sie haften für alles"
> Oma nickt zufrieden
> er sticht ein Messgerät in den Streuselkuchen. Es piept. „Zuckersteuer. Jeder Streusel wird einzeln erfasst"
> Oma hat ca. 14.000 Streusel gemacht. Ich zahle 14.000 Streusel
> dann sieht er den Eierlikörkuchen. Sein Gesicht wird blass
> „Das ist eine Spirituose. 20 % Steuererhöhung, Ausschanklizenz und Jugendschutz"
> ab jetzt müssen Kinder am Kuchenstand den Ausweis zeigen. Ein 6-Jähriger weint. Seine Mutter guckt MICH an
> Oma hat die Bleche mit Frischhaltefolie abgedeckt. Fehler
> ein Smart hält an. Drei Männer steigen aus. Die neuen Plastiksteuer-Beamten. 800 Stellen hat der Bund geschaffen, drei davon sind jetzt hier
> sie wiegen die Folie. 4 Gramm. Sie rufen Verstärkung. Die Anfahrt der Verstärkung geht auf mich
> der Kaffee: Kaffeesteuer. (Die gibt's wirklich in Deutschland, hab's gegoogelt, hab geweint)
> das Radio vom Nachbarstand spielt Schlager. Oma summt mit. Rundfunkbeitrag. Auf mich
> Oma kassiert seit 48 Jahren mit einer Keksdose. Ordnungsamt: „Kasse nicht zertifiziert. Bonpflicht"
> ich muss für jedes Stück Bienenstich einen Kassenbon von Hand schreiben. Die Schlange reicht bis zur Hüpfburg
> inzwischen stehen 37 Beamte am Stand. Mehr als Kunden
> der Ordnungsamt-Mann zückt ein Siegel. „Wir müssen den Stand versiegeln"
> Oma sagt nichts. Totenstille. Die Hüpfburg hört auf zu hüpfen
> sie bindet langsam die Kittelschürze fester. Ich kenne diesen Blick. Den hatte sie zuletzt 1994, als jemand ihren Parkplatz vor der Kirche genommen hat
> Oma: „Was ich esse, kann man nicht versteuern" (based)
> sie fängt an, den Eierlikörkuchen zu essen. Blech für Blech. Beweismittel vernichten
> 37 Beamte gucken zu. Keiner traut sich einzugreifen. Einer filmt fürs Protokoll, kann aber auch KI sein
> nach dem dritten Blech ist Oma voll wie ein Schützenkönig, Horrido!
> sie klettert auf die Hüpfburg, Tortenheber in der Hand, und hält eine Rede über die Entstehung der US-Zentralbank 1913
> die Plastik-Beamten merken: die Hüpfburg ist aus Plastik. 140 Kilo. Plastiksteuer
> sie lösen die Halteseile, um die Hüpfburg zu wiegen
> genau in dem Moment kommt eine Herbstböe
> die Hüpfburg hebt ab. Mit Oma drauf. Und dem letzten Blech Streuselkuchen
> ganzes Dorf guckt nach oben. Der 6-Jährige hört auf zu weinen und winkt
> 37 Beamte drehen sich langsam zu mir um
> die Hüpfburg war auf meinen Namen gemietet
> ich zahle: die Hüpfburg, die Plastiksteuer für die Hüpfburg, die Ausschanklizenz für Omas Mageninhalt und die Flugsicherung wegen unerlaubter Luftraumnutzung
> mein neues Girokonto hat 4 Stunden gehalten
> 6 Stunden keine Nachricht von Oma. Ich denke, das war's
> dann ein Anruf. tschechische Nummer. Oma: „Junge, hier gibt's keine Zuckersteuer"
> sie ist hinter der Grenze in einem Dorf gelandet und hat am nächsten Morgen den Kuchenstand wieder aufgemacht. Auf der Hüpfburg
> zwei Wochen später fahren jeden Samstag Reisebusse aus Deutschland zu ihr. Wie früher zum Tanken und für Kippen
> die Bundesregierung spricht im Fernsehen von „Kuchenflucht"
> der Zoll trainiert jetzt Spürhunde auf Zimt
> Oma braucht Nachschub an Backformen. Wer fährt? Natürlich ich. Mit dem Passat. Diesel 3,09 €
> auf dem Rückweg hab ich einen Bienenstich im Reserverad. Für mich. Ein einziges Mal was für mich
> Grenzkontrolle. Der Spürhund dreht durch
> der Zollbeamte trägt Socken in Sandalen und eine Lesebrille an der Kette. Ich kenne den Mann. Lange Geschichte
> er sagt nichts. Er isst den Bienenstich vor meinen Augen. Dann schreibt er mir ein Bußgeld für Kuchenschmuggel
> Oma ist 84 und hat noch nie so gut verdient. Sie hat sich nen Porsche gekauft
> ich schiebe immer noch den Passat
> die Schufa hat mir dieses Jahr zwei Geburtstagskarten geschickt
> Oma heißt ab sofort Streusel-Escobar
> ich bin in Privatinsolvenz Nr. 6 (spiel den selben Song nochmal)
Elmar Thiel retweeted
𝗗𝗲𝗿 𝗦𝗽𝗮𝘀𝘀, 𝗱𝗲𝗻 𝘄𝗶𝗿 𝘂𝗻𝘀 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗺𝗲𝗵𝗿 𝗹𝗲𝗶𝘀𝘁𝗲𝗻
Über den fliegenden Tesla Roadster und eine Gesellschaft, die das Staunen verlernt hat.
Man hätte die Vorführung in Texas für einen Zirkus halten können. Ein Auto fährt kopfüber eine Rampe hinauf, löst sich vom Untergrund, dreht sich in der Luft und landet mithilfe von Kaltgasdüsen wieder auf seinen Rädern. Anschließend springt es über eine Reihe geparkter Fahrzeuge. Elon Musk sprach von einem „Fun Meter“, dessen Skala bis zehn reicht und das nun auf elf stehe.
Kein Mensch braucht so etwas. Es löst kein Verkehrsproblem, rettet nicht das Klima und macht den Weg zum Supermarkt um keinen Meter kürzer.
Es ist vollkommen absurd. Und gerade deshalb großartig.
Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Zu teuer, zu gefährlich, zu spät, zu unpraktisch. Keine Straßenzulassung. Kein vernünftiger Mensch brauche ein solches Auto. Die Beschleunigung sei ohnehin unangenehm, die ganze Veranstaltung ein Marketingzirkus.
Manches davon mag zutreffen. Musks chronisch optimistische Zeitpläne haben dem Publikum genügend Anlass zur Skepsis gegeben. Nur erklärt das nicht jene eigentümliche Empörung, mit der manche Kritiker auf die schiere Existenz einer solchen Maschine reagieren.
Es ist, als würde man einem Feuerwerk vorwerfen, dass es zur Straßenbeleuchtung nichts beiträgt.
𝗗𝗶𝗲 𝗔𝗻𝗺𝗮𝘀𝘀𝘂𝗻𝗴 𝗱𝗲𝘀 𝗡𝘂𝗲𝘁𝘇𝗹𝗶𝗰𝗵𝗲𝗻
Wir leben in einer Gesellschaft, die sich angewöhnt hat, technischen Fortschritt vor allem nach seiner Nützlichkeit zu beurteilen. Er soll Energie sparen, Emissionen reduzieren, Ressourcen schonen, Ungleichheiten beseitigen und möglichst nebenbei sämtliche gesellschaftlichen Probleme lösen.
Das sind ehrenwerte Ziele. Nur ist aus dem vernünftigen Wunsch nach nützlicher Technik stellenweise eine merkwürdige moralische Forderung geworden: Was keinen erkennbaren Nutzen besitzt, steht bereits unter Verdacht.
Ein Auto, das mit möglichst wenig Energie möglichst viele Menschen transportiert, erfüllt seinen gesellschaftlichen Auftrag. Ein Auto, das mit erheblichem technischen Aufwand einen Salto schlägt, gilt als frivole Verschwendung.
Als müsse sich menschlicher Erfindungsgeist vor einer imaginären Ethikkommission dafür rechtfertigen, dass er gelegentlich einfach nur Spaß haben möchte.
Dabei ist die Freude am Überflüssigen eine der ältesten Triebkräfte unserer Zivilisation. Wir errichten Kathedralen, deren Türme höher sind, als es irgendein Gottesdienst verlangt. Wir besteigen Berge, obwohl es dort oben nichts zu erledigen gibt. Wir bauen Wolkenkratzer, Rennwagen und Maschinen, deren eigentlicher Zweck darin besteht, die Grenzen des Machbaren zu verschieben.
Niemand verlangt von einem Künstler, dass seine Skulptur die Heizkosten senkt.
Ein tonnenschweres Kunstwerk, das mithilfe komplizierter Mechanik scheinbar schwerelos durch einen Raum schwebt, könnte auf einer Biennale als Reflexion über die Überwindung physischer Grenzen gefeiert werden. Ein Ingenieur, der eine ähnlich absurde Idee verwirklicht, muss sich erklären lassen, dass so etwas niemand brauche.
Der Kunst gesteht man die Freiheit zu, keinen anderen Zweck zu verfolgen als sich selbst. Der Technik will man diese Freiheit zunehmend absprechen.
Dabei entspringen beide demselben menschlichen Bedürfnis: der Freude an der Schöpfung, am Experiment und an der Überschreitung des bisher Möglichen.
Der Künstler darf die Wirklichkeit interpretieren. Der Ingenieur verändert sie tatsächlich. Vielleicht macht ihn gerade das verdächtig.
𝗗𝗲𝗿 𝗧𝗿𝗶𝘂𝗺𝗽𝗵 𝗱𝗲𝘀 𝗦𝗵𝗶𝘁𝗯𝘂𝗲𝗿𝗴𝗲𝗿𝘀
Hinter dieser Haltung verbirgt sich eine moderne Form des Spießbürgertums. Sie trägt nicht mehr notwendigerweise Hausschuhe und kontrolliert die Höhe der Gartenhecke. Sie argumentiert mit Nachhaltigkeit, gesellschaftlicher Verantwortung und Ressourceneffizienz. Ihr Weltbild ist auf der Höhe der Zeit, ihr geistiger Horizont reicht dennoch kaum über das Erlaubte und Erwartbare hinaus.
Der moderne Shitbürger ist keineswegs technikfeindlich. Er schätzt den Komfort, den ihm Generationen von Ingenieuren verschafft haben. Was ihn stört, ist die Unberechenbarkeit des Fortschritts. Er bewundert die Pioniere vergangener Jahrhunderte, weil er weiß, dass ihre Unternehmungen erfolgreich waren. Ihren heutigen Nachfolgern hält er vor, dass sie den Erfolg nicht garantieren können.
Vergangener Wagemut erscheint ihm als Weitsicht, gegenwärtiger als Leichtsinn.
Besonders aufschlussreich ist die moralische Aufladung des eigenen Desinteresses. Wer keinen Sportwagen möchte, muss keinen kaufen. Doch manchem genügt das nicht. Aus der Tatsache, dass er selbst an einer solchen Maschine keine Freude hätte, leitet er die Vorstellung ab, dass auch andere vernünftigerweise keine Freude daran haben sollten.
Die eigene Bedürfnislosigkeit wird zur Tugend erhoben. Die Begeisterung anderer erscheint als moralischer Defekt.
Es ist die bequemste Form gesellschaftlicher Überlegenheit: Man muss nichts erfinden, nichts riskieren und nichts leisten. Es genügt, die Begeisterung derer, die etwas Außergewöhnliches versuchen, für unangemessen zu erklären.
𝗪𝗲𝗻𝗻 𝗱𝗮𝘀 𝗦𝘁𝗮𝘂𝗻𝗲𝗻 𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗕𝗲𝘁𝗿𝗶𝗲𝗯𝘀𝗲𝗿𝗹𝗮𝘂𝗯𝗻𝗶𝘀 𝗯𝗿𝗮𝘂𝗰𝗵𝘁
Besonders zuverlässig tritt dieser Reflex auf, sobald ein Experiment die Grenzen des Gewohnten überschreitet.
Kaum hebt ein Auto vom Boden ab, steht schon die Frage im Raum, ob so etwas überhaupt erlaubt sein darf. Man sieht den deutschen Sachverständigen förmlich neben der Rampe stehen, das Klemmbrett in der Hand, um zu prüfen, ob der Salto den einschlägigen Vorschriften entspricht.
Natürlich gibt es gute Gründe, gefährliche Maschinen zu regulieren. Niemand verlangt, dass ein raketengetriebener Sportwagen durch eine Fußgängerzone springt. Zwischen einem Experiment auf abgesperrtem Gelände und der Zulassung für öffentliche Straßen besteht jedoch ein fundamentaler Unterschied.
Problematisch wird es, wenn aus der berechtigten Frage nach der Sicherheit die grundsätzliche Frage wird, ob man ein solches Experiment überhaupt wagen sollte.
Das Vorsorgeprinzip verwandelt sich dann in eine Philosophie der Verhinderung. Das Unbekannte soll sich nach Regeln richten, die für das Bekannte geschaffen wurden. Der Fortschritt darf Grenzen überschreiten, solange er dabei den sicheren Boden des Vertrauten nicht verlässt.
Eine Zivilisation, die so denkt, verwechselt irgendwann ihre Vorschriften mit den Naturgesetzen.
Und eine Gesellschaft, die Sicherheit mit der vollständigen Abwesenheit von Ungewissheit gleichsetzt, wird vor allem darin erfolgreich sein, das bereits Erreichte zu verwalten.
Verwaltung aber bringt selten neue Wunder hervor.
𝗘𝗶𝗻𝗲 𝗱𝗲𝘂𝘁𝘀𝗰𝗵𝗲 𝗜𝗿𝗼𝗻𝗶𝗲
Gerade in Deutschland besitzt diese Entwicklung eine besondere historische Ironie.
Der Wohlstand des Landes beruht wesentlich auf einer wissenschaftlichen und industriellen Tradition, deren große Leistungen nicht darin bestanden, das Vorhandene möglichst vorsichtig zu bewahren. Ihre Protagonisten wollten Möglichkeiten erschließen, deren praktische Beherrschung zunächst keineswegs gesichert war.
Carl Benz entwickelte 1885 seinen Motorwagen und meldete ihn 1886 zum Patent an. Eine laute, unzuverlässige Maschine, die gegenüber der Pferdekutsche zunächst zahlreiche Nachteile besaß und deren Zukunft alles andere als selbstverständlich war.
Noch eindrucksvoller ist die Geschichte der industriellen Stickstoffsynthese.
𝗕𝗿𝗼𝘁 𝗮𝘂𝘀 𝗟𝘂𝗳𝘁.
So ließ sich eine der kühnsten technischen Visionen des ausgehenden 19. Jahrhunderts auf drei Worte verdichten. Brot aus Luft? Was wie die Phantasterei eines Alchemisten klang, sollte zu einer der folgenreichsten Errungenschaften der Menschheitsgeschichte werden.
Als der britische Chemiker William Crookes 1898 vor einer drohenden Knappheit landwirtschaftlich nutzbaren Stickstoffs warnte, schien die Ernährung einer wachsenden Menschheit an natürliche Grenzen zu stoßen. Die Lösung bestand darin, den nahezu unbegrenzt vorhandenen Stickstoff der Atmosphäre für die Landwirtschaft nutzbar zu machen.
Fritz Haber gelang 1909 die Synthese von Ammoniak aus Stickstoff und Wasserstoff unter hohem Druck. Carl Bosch und die Ingenieure der BASF machten aus dem Laborversuch ein industrielles Verfahren. Sie entwickelten Hochdruckreaktoren, geeignete Werkstoffe und Produktionsanlagen für Bedingungen, die die damalige Technik vor enorme Schwierigkeiten stellten.
1913 nahm in Oppau die erste industrielle Großanlage den Betrieb auf.
Aus Luft wurde zwar nicht unmittelbar Brot, aber synthetischer Dünger, der die landwirtschaftlichen Erträge entscheidend steigern half. Das Haber-Bosch-Verfahren wurde zu einer der wichtigsten Voraussetzungen für die Ernährung von Milliarden Menschen. Zugleich ermöglichte es die Herstellung von Sprengstoffvorprodukten. Technischer Fortschritt besitzt keine eingebaute Moral.
Ein Verfahren dieser Bedeutung mit einem springenden Sportwagen gleichzusetzen wäre selbstverständlich grotesk. Doch gerade der Kontrast macht etwas sichtbar.
„Brot aus Luft“ klang einst ungefähr so absurd wie heute die Vorstellung eines Autos, das kopfüber fährt und sich mit Raketendüsen durch die Luft bewegt. Als die Bilder aus Texas um die Welt gingen, musste man zunächst erklären, dass es sich nicht um eine KI-generierte Animation handelte.
𝗗𝗮𝘀 𝘁𝗲𝗰𝗵𝗻𝗶𝘀𝗰𝗵 𝗠𝗼𝗲𝗴𝗹𝗶𝗰𝗵𝗲 𝘄𝗮𝗿 𝗱𝗲𝗿 𝗩𝗼𝗿𝘀𝘁𝗲𝗹𝗹𝘂𝗻𝗴𝘀𝗸𝗿𝗮𝗳𝘁 𝘃𝗼𝗿𝗮𝘂𝘀𝗴𝗲𝗲𝗶𝗹𝘁.
Natürlich wird nicht jede verrückte Idee zur industriellen Revolution. Viele scheitern, manche bleiben kostspielige Kuriositäten. Doch die Geschichte der Technik ist voller Dinge, die zunächst unmöglich, dann überflüssig und schließlich selbstverständlich erschienen.
Wir bewundern technische Kühnheit besonders dann, wenn wir ihren späteren Nutzen bereits kennen. Die Irrtümer, Risiken und gescheiterten Versuche auf dem Weg dorthin verschwinden aus unserer Rückschau.
Dabei hat der Mensch die Grenzen des Machbaren nicht nur verschoben, weil er musste.
Oft tat er es, weil er wissen wollte, ob es möglich war.
𝗗𝗲𝗿 𝗡𝗲𝗶𝗱 𝗮𝘂𝗳 𝗱𝗮𝘀 𝗔𝘂𝘀𝘀𝗲𝗿𝗴𝗲𝘄ö𝗵𝗻𝗹𝗶𝗰𝗵𝗲
Zur Abneigung gegen das Zweckfreie gesellt sich mitunter das Ressentiment gegenüber dem Exklusiven.
Ein Sportwagen, den sich nur wenige leisten können, wird schnell zum Symbol gesellschaftlicher Ungleichheit. Sein Preis erscheint nicht mehr bloß als wirtschaftliche Eigenschaft, sondern als moralischer Makel. Was sich die meisten nicht leisten können, soll offenbar auch niemand besonders bewundern.
Dabei waren technische Exzesse seit jeher ein Spielfeld wohlhabender Enthusiasten. Motorsport, frühe Luftfahrt und zahlreiche Formen anspruchsvoller Ingenieurskunst verdankten ihre Entwicklung auch Menschen, die erhebliche Mittel für zunächst wenig alltagstaugliche Unternehmungen aufwendeten.
Nicht jedes kostspielige Experiment bringt später einen gesellschaftlichen Nutzen hervor. Das muss es auch nicht.
Eine freie Gesellschaft muss nicht jede private Leidenschaft nach ihrem Beitrag zum Gemeinwohl taxieren. Es genügt, dass sie rechtmäßig ausgeübt wird und andere nicht unzulässig gefährdet.
𝗗𝗶𝗲 𝗙𝗿𝗲𝗶𝗵𝗲𝗶𝘁, 𝗲𝘁𝘄𝗮𝘀 𝘇𝘂 𝘁𝘂𝗻, 𝘂𝗺𝗳𝗮𝘀𝘀𝘁 𝘀𝗰𝗵𝗹𝗶𝗲𝘀𝘀𝗹𝗶𝗰𝗵 𝗮𝘂𝗰𝗵 𝗱𝗶𝗲 𝗙𝗿𝗲𝗶𝗵𝗲𝗶𝘁, 𝗲𝘁𝘄𝗮𝘀 𝘃𝗼𝗹𝗹𝗸𝗼𝗺𝗺𝗲𝗻 Ü𝗯𝗲𝗿𝗳𝗹𝘂𝗲𝘀𝘀𝗶𝗴𝗲𝘀 𝘇𝘂 𝘁𝘂𝗻.
𝗗𝗲𝗿 𝗦𝗽𝗮𝘀𝘀, 𝗱𝗲𝗻 𝘄𝗶𝗿 𝘂𝗻𝘀 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗺𝗲𝗵𝗿 𝗹𝗲𝗶𝘀𝘁𝗲𝗻
Vielleicht ist der Roadster am Ende tatsächlich nicht mehr als ein spektakuläres Spielzeug. Vielleicht wird seine Rocket-Version niemals regulär verkauft. Vielleicht bleibt von der ganzen Veranstaltung nur ein Video, in dem ein Auto mit erheblichem technischen Aufwand etwas tut, wofür Automobile ursprünglich nicht erfunden wurden.
Na und?
Die Ingenieure haben eine Maschine gebaut, die kopfüber fahren und mithilfe von Kaltgasdüsen durch die Luft springen kann. Das ist zunächst einmal eine bemerkenswerte technische Leistung. Sie muss weder den Welthunger beenden noch einen Beitrag zur CO₂-Bilanz leisten, um faszinierend zu sein.
Man kann Musk für einen maßlosen Selbstdarsteller halten, seinen Ankündigungen misstrauen und die wirtschaftlichen Aussichten des Projekts bezweifeln. Nichts davon nimmt dem Experiment seinen Reiz.
Vielleicht liegt die eigentliche Zumutung des Roadsters gerade darin, dass er keinen höheren Zweck braucht. Er verkörpert eine Form technischer Phantasie, die sich nicht durch ihre Nützlichkeit entschuldigt. Er ist das Werk von Menschen, die an einer Idee offenbar so viel Freude hatten, dass sie bereit waren, beträchtliche Mühe auf ihre Verwirklichung zu verwenden.
Das genügt.
Eine Gesellschaft, die ihren Wohlstand den technischen Abenteuern vergangener Generationen verdankt, sollte sich davor hüten, die Lust am Abenteuer für einen charakterlichen Mangel zu halten.
Denn der eigentliche Luxus einer wohlhabenden Zivilisation besteht nicht darin, dass sie sich gelegentlich eine vollkommen unnütze Maschine leisten kann.
Sondern darin, dass sie sich Menschen leisten kann, die solche Maschinen überhaupt bauen wollen.
𝗪𝗲𝗿 𝘀𝗲𝗹𝗯𝘀𝘁 𝗱𝗮𝗿𝗮𝗻 𝗸𝗲𝗶𝗻𝗲𝗻 𝗦𝗽𝗮𝘀𝘀 𝗳𝗶𝗻𝗱𝗲𝘁, 𝗺𝘂𝘀𝘀 𝗷𝗮 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗲𝗶𝗻𝘀𝘁𝗲𝗶𝗴𝗲𝗻.
Elmar Thiel retweeted
Den folgenden Witz verstehen die jüngeren vielleicht nicht mehr:
Manager-Seminar mit 30 Herren aus der mittleren Führungsebene. Treffen im Tagungshotel am letzten Tag. Der Seminarleiter spricht: "Meine Herren, zum Schluss wollen wir noch ein bisschen Allgemeinbildung betreiben. Mal sehen, was Sie so drauf haben. Der Modus ist ganz einfach: Ich nenne ein klassisches Zitat, Sie sagen mir, wer es gesagt hat, wo und wann."
Er beginnt: "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche …"
Im Saal herrscht eisiges Schweigen bis sich ganz hinten ein kleiner Japaner zu Wort meldet: "Johann Wolfgang von Goethe, Faust, Osterspaziergang 1806!"
Die Teilnehmer murmeln anerkennend.
Die nächste Frage des Seminarleiters: "Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen …"
Wie aus der Pistole geschossen, der Japaner: "Matthias Claudius, Abendlied, 1779!"
Die Manager schauen peinlich berührt zu Boden. Der Seminarleiter: "Fest gemauert in der Erden …"
"Schiller", strahlt der Japaner. "Das Lied von der Glocke, 1799!"
Jetzt finden es die Manager langsam ärgerlich. Murmelt einer in der ersten Reihe: "Scheiß Japaner".
Wieder ertönt die Stimme von hinten: "Max Grundig, CeBIT, 1982!".
Elmar Thiel retweeted
welt.de/politik/article6ab1c…
LIEBER HERR WÜST – BRIEF NUMMER EINS.
Sie sagen allen Ernstes: „Wir müssen Probleme lösen, die objektiv sind. Und das ist verflixt schwierig.“
Herr Wüst, ich komme aus dem Projektmanagement. Wenn ich vor mein Team trete und sage: „Leute, wir müssen unsere Termine tatsächlich einhalten. Das ist verflixt schwierig.“, dann würde völlig zu Recht jemand fragen: „Ja sag mal, wofür bist du eigentlich da?“
Zum Kaffee trinken? Zum Händeschütteln? Zum Probleme-Beschreiben?
Nein.
Ein Projektmanager ist dafür da, dass Probleme gelöst werden. Nicht weil das immer einfach ist, sondern gerade weil es schwierig ist. Wenn alles von allein funktioniert, braucht man keinen Projektmanager. Und wenn ein Land von allein funktioniert, braucht man auch keinen Ministerpräsidenten.
Sie werden genau dafür bezahlt, dass die Dinge nicht einfach sind. Dass Interessen kollidieren. Dass Geld knapp ist. Dass Infrastruktur Probleme macht. Dass Wirtschaft unter Druck steht. Dass Migration gesteuert werden muss. Dass Schulen funktionieren sollen. Dass Verwaltung schneller werden muss. Dass Sicherheit gewährleistet werden muss. Das ist nicht die Störung Ihres Jobs.
Das ist Ihr Job.
Und dann kommt noch dieser schöne Satz: „Wir wollen diesen Wind umkehren.“ Herr Wüst, Wind kehrt man nicht um. Man setzt ein Segel. Man ändert den Kurs. Oder man merkt irgendwann, dass man seit Jahren in die falsche Richtung fährt.
Immerhin haben Sie jetzt eine Erkenntnis formuliert, die Ihre Partei erstaunlich lange gebraucht hat: „Wir haben viel zu viel über die AfD geredet und uns viel zu wenig damit auseinandergesetzt, was die Menschen zu ihr treibt.“
Ja.
Herzlichen Glückwunsch.
Die AfD wurde 2013 gegründet. Wir schreiben 2026. Das sind 13 Jahre. Dreizehn Jahre, um auf die Idee zu kommen, dass es vielleicht sinnvoll sein könnte, nicht nur ständig über die AfD, sondern einmal über die Gründe zu reden, warum Menschen sie wählen.
Herr Wüst, wenn ein Mitarbeiter in einem Projekt 13 Jahre braucht, um die Aufgabenstellung zu verstehen, dann diskutieren wir nicht mehr über Fortbildung. Dann diskutieren wir über die Tür.
Tür auf. Mitarbeiter raus. Neuer Mitarbeiter rein. Tür wieder zu.
So funktioniert Lernen in Systemen, die sich Fehler leisten können. Politik funktioniert leider anders. Da braucht man zwölf Jahre für eine Erkenntnis und stellt sie anschließend auf einer Bühne vor, als hätte man gerade die Relativitätstheorie entdeckt.
Und dann reden Sie von den „Problemen der Menschen“. Auch das klingt interessant. Denn Menschen haben keine abstrakten Probleme.
Sie haben Rechnungen. Mieten. Energiepreise. Steuern. Wartezeiten. Schulen. Straßen. Kriminalität. Genehmigungen. Arbeitsplätze.
Sie brauchen keinen Politiker, der ihnen erklärt, dass diese Probleme „verflixt schwierig“ sind.
Das wissen sie bereits.
Sie brauchen jemanden, der sie löst.
Deshalb würde ich Ihnen für Ihre mögliche neue Briefserie schon einmal einen kleinen Tipp geben: Kaufen Sie sich eine Kaffeemaschine.
Eine gute.
Die könnte noch häufiger gebraucht werden.
Denn nach allem, was wir bei Herrn Merz erlebt haben, scheint Kaffee inzwischen ein wichtiges Arbeitsmittel deutscher CDU-Spitzenpolitiker zu sein.
Und diesmal vielleicht gleich einen Wartungsvertrag dazu.
Nur für den Fall.
Denn Herr Wüst: Wenn Ihr eigener Satz lautet, „Wir müssen Probleme lösen. Das ist verflixt schwierig.“, dann lautet meine Antwort:
Ja. Genau deshalb sitzen Sie da.
Wenn Sie nur Probleme beschreiben wollen, können Sie Kolumnist werden.
Wenn Sie regieren wollen:
lösen Sie sie.
Der Ansatz, das eigenständige Profil der CDU in Abgrenzung von linken Parteien zu schärfen, indem man ausgerechnet das urlinke Thema „soziale Gerechtigkeit“ in den Fokus nimmt, ist allemal ... interessant.
Repost aus aktuellem Anlass
#Berlinwählt #MecklenburgVorpommernWählt
Elmar Thiel retweeted
Endlich muss man nicht mehr mühevoll nach Gaza segeln, um Dosenbohnen und Solidaritätsbekundungen in ein Hamas-kontrolliertes Gebiet zu liefern.
Elmar Thiel retweeted
New Order’s “Blue Monday” reimagined with 1930s instruments by Orkestra Obsolete.
Theremin, musical saw, harmonium ... pure genius. This cover is absolute magic.
💯🎯
bild.de/politik/inland/felix…
Banaszak sagt nicht nur falsche Dinge. Er setzt die Kategorien falsch.
Und genau das ist bei den Grünen seit Jahren das Problem: Sie reden über Industrie, als sei Industrie ein moralisches Unterrichtsfach.
Natürlich verursachen Niedrigwasser und Klimafolgen wirtschaftliche Schäden. Natürlich ist fossile Abhängigkeit ein Risiko. Natürlich subventioniert China brutal und setzt Europa unter Druck. Das ist alles nicht erfunden.
Aber daraus folgt eben nicht:
Die deutsche Energiewende ist unschuldig an der Standortkrise.
Das ist der Taschenspielertrick.
Die deutsche Energiepolitik ist nicht der einzige Grund. Aber sie ist ein massiver Teil des Problems.
Man kann nicht einfach sagen, die Wettbewerbsschwäche habe „fundamental“ nichts mit der Energiewende zu tun. Das ist politische Immunisierung.
Der grüne Denkfehler lautet:
Wenn das Ziel moralisch richtig ist, kann der Weg wirtschaftlich nicht falsch sein.
Doch.
Kann er.
Man kann Klimaschutz wollen und trotzdem eine katastrophale Energiepolitik machen. Man kann Dekarbonisierung wollen und trotzdem eine Industrie ruinieren. Man kann Zukunftstechnologien fördern wollen und trotzdem ein Land mit Strompreisen, Bürokratie und Planungsunsicherheit aus dem Markt schießen.
Genau das begreifen die Grünen nicht — oder wollen es nicht begreifen.
Sie verwechseln Ziel mit Systemfähigkeit.
Ein Industrieland braucht nicht nur gute Absichten. Es braucht Energie, die drei Bedingungen erfüllt:
sicher,
bezahlbar,
steuerbar.
Nicht nur „erneuerbar“. Nicht nur „klimafreundlich“. Nicht nur „politisch korrekt“. Sondern sicher, bezahlbar und steuerbar.
Wenn diese drei Bedingungen nicht erfüllt sind, wandern Chemie, Stahl, Zement, Autozulieferer, Maschinenbau und Mittelstand nicht aus Bosheit ab, sondern aus Mathematik.
Und dann kommt die nächste grüne Reflexantwort:
„Woher soll das Geld kommen? Indem der Staat Steuern einnimmt.“
Das klingt wie ein Satz aus dem ersten Semester Staatskunde, vorgetragen mit der Selbstgewissheit eines Mannes, der noch nie eine Fabrikhalle finanzieren musste.
Steuern fallen nicht vom Himmel.
Steuern entstehen aus Wertschöpfung.
Wenn Unternehmen weniger investieren, weniger produzieren, weniger Gewinne machen, weniger Arbeitsplätze schaffen oder abwandern, dann sinkt die Steuerbasis. Dann kann der Bund nicht einfach „Steuern einnehmen“, als würde im Keller des Finanzministeriums ein Geldbaum stehen.
Der Staat kann nur verteilen, was vorher irgendwo erwirtschaftet wurde.
Und genau hier wird es bei den Grünen gefährlich: Sie behandeln Wirtschaft oft wie eine moralisch verfügbare Ressource.
Unternehmen sollen investieren, dekarbonisieren, umbauen, berichten, zahlen, fördern, ausbilden, sozial sein, klimaneutral werden, resilient sein, divers sein — und wenn sie dann sagen, dass Kosten und Standortbedingungen nicht mehr passen, heißt es: falsche Analyse.
Nein.
Das ist nicht falsche Analyse.
Das ist die Rechnung.
Bei den Enteignungen wird es ähnlich. Banaszak glaubt offenbar selbst nicht, dass Enteignung großer Wohnungskonzerne die erhoffte Wirkung bringt. Aber er will den Volksentscheid auch nicht einfach ignorieren.
Das klingt demokratisch demütig, ist aber ordnungspolitisch weich wie warmer Pudding.
Rechtlich ist Vergesellschaftung nicht völlig aus der Luft gegriffen. Artikel 15 Grundgesetz erlaubt grundsätzlich, Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel durch Gesetz und gegen Entschädigung in Gemeineigentum oder Gemeinwirtschaft zu überführen.
Aber wirtschaftlich bleibt die Frage:
Was soll dadurch besser werden?
Enteignung schafft keine einzige neue Wohnung.
Das Dach muss danach immer noch saniert werden.
Die Heizung muss danach immer noch erneuert werden.
Die Verwaltung kostet danach immer noch Geld.
Die Entschädigung muss irgendjemand bezahlen.
Und der Investor fragt sich danach, ob Berlin noch ein Ort ist, an dem Eigentum sicher ist.
Trotzdem sucht die linke Politik immer neue Hebel:
Mietendeckel.
Mietenkataster.
Mietenpolizei.
Vergesellschaftung.
Preisdeckel.
Das ist keine Wohnungspolitik.
Das ist Mangelverwaltung mit Klassenkampf-Dekor.
Und genau hier heben sich die Grünen besonders schlecht hervor.
Sie sind keine klassische sozialistische Partei alter Schule. Sie kommen nicht mit Hammer und Sichel. Sie kommen mit Klimabericht, Förderprogramm, moralischem Vokabular und dem Anspruch, das Land in eine bessere Zukunft zu führen — notfalls gegen die wirtschaftliche Realität.
Das ist der grüne Etatismus:
Der Staat weiß, was Zukunft ist.
Der Staat definiert, was gut ist.
Der Staat lenkt Investitionen.
Der Staat sortiert Technologien.
Der Staat verteilt Geld.
Der Staat erzieht Verhalten.
Der Staat korrigiert Märkte.
Der Staat misstraut Eigentum.
Der Staat nennt Kontrolle „Transformation“.
Das Problem:
Wirtschaft funktioniert nicht wie ein Parteitagsbeschluss.
Eine Chemieanlage läuft nicht mit Haltung.
Ein Stahlwerk nicht mit Hoffnung.
Ein Mittelständler nicht mit Förderlyrik.
Ein Stromnetz nicht mit moralischer Überlegenheit.
Und ein Investor nicht mit warmen Worten über Zukunft, wenn die Gegenwart unbezahlbar wird.
Die Grünen reden gerne von Zukunft. Aber Zukunft entsteht nicht dadurch, dass Politiker sie ausrufen.
Zukunft entsteht durch Wissen, Kapital, Technik, Risiko, Energie, Freiheit, Eigentumssicherheit, Wettbewerb und Menschen, die etwas bauen wollen.
Wenn Politik all das verteuert, reguliert, verdächtigt oder moralisch beaufsichtigt, entsteht keine Zukunft.
Dann entsteht Rückbau mit gutem Gewissen.
Die kalte Analyse lautet:
Banaszak erkennt einzelne Probleme, aber er erkennt nicht das Systemproblem.
Er sieht Klimaschäden, aber nicht die Kosten schlechter Klimapolitik.
Er sieht China, aber nicht Deutschlands selbstgemachte Standortschwäche.
Er sieht Steuern, aber nicht die Wertschöpfung, aus der Steuern überhaupt entstehen.
Er sieht einen Volksentscheid, aber nicht das Signal, das Enteignungsfantasien an Eigentümer und Investoren senden.
Das ist keine Wirtschaftspolitik.
Das ist politische Pädagogik im Maschinenraum.
Und genau deshalb sind die Grünen für ein Industrieland so gefährlich:
Nicht weil sie alles aus Bosheit zerstören wollen, sondern weil sie ernsthaft glauben, ihre moralische Landkarte sei präziser als die Realität.
Das Ergebnis sehen wir bereits:
teure Energie,
schwache Industrie,
abgeschreckte Investoren,
immer mehr Staat,
immer mehr Regulierung,
immer weniger Vertrauen.
Deutschland braucht keine weitere Predigt darüber, dass die Energiewende Wohlstand sichere.
Deutschland braucht eine Politik, die endlich versteht:
Wohlstand entsteht nicht durch Zielbilder.
Wohlstand entsteht durch funktionierende Systeme.
Und wer diese Systeme aus ideologischer Selbstgewissheit beschädigt, sollte sich nicht wundern, wenn am Ende nicht die Zukunft kommt, sondern die Rechnung.
Da der ÖRR wegen mangelnder Ausgewogenheit, Überparteilichkeit und Neutralität in der Kritik steht, fordert der DJV weniger Ausgewogenheit, Überparteilichkeit und Neutralität.
Klingt logisch, gell?
kress.de/news/beitrag/154247…
Was ist denn das für eine Skala bzw. Antwort, @civey_de? Als ob bauen und in den Markt eingreifen ein und dieselbe Kategorie wären... 🙄
„War die Aufklärung christophob?“
Hervorragender Beitrag zur sogenannten Islamophobie.
🎯
Es gibt da so ein merkwürdiges Wort: Islamophobie. Es ist ein dummes Wort!
Es ist nicht krank, Angst vor dem Islam zu haben. Es ist berechtigt. Das Christentum wurde in den letzten Jahrhunderten arg kritisiert und beleidigt. Heute nennen wir es Aufklärung!
Im Jahr 1927 erschien das Werk „Warum ich kein Christ bin“ von Bertrand Russell. Im Jahr 1950 bekam der Autor den Nobelpreis für Literatur verliehen. Er schrieb „mit vollster Überzeugung, dass die in ihren Kirchen organisierte christliche Religion der Hauptfeind des moralischen Fortschrittes in der Welt war und ist.“
Heinrich Böll bekam ebenfalls den Nobelpreis. Er schrieb, der deutsche Katholizismus sei „mies bis dreckig, in seinen Methoden dumm bis dreist“.
Albert Camus, ebenfalls Nobelpreisträger, schrieb: „Unmoralisch ist das Christentum.“
Friedrich Nietzsche nannte „das Christentum den einen großen Fluch, die eine große innerlichste Verdorbenheit, den einen großen Instinkt der Rache, dem kein Mittel giftig, heimlich, unterirdisch, klein genug ist – ich heiße es den einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit.“
Gelten Russell, Böll, Nietzsche und Camus deshalb heute als rassistisch? Nein! Sie gelten als Leuchttürme der Aufklärung. Das Christentum ist keine Rasse, ebensowenig wie der Islam. Wer Kritik am Islam als rassistisch brandmarkt, fällt damit der Aufklärung in den Rücken.
Wenn im Namen des Islams ein Verbrechen begangen wird, dann braucht es keine Muslime, die den Nicht-Muslimen erklären, was der angeblich wahre Islam bedeutet, ganz so, als sei ein terroristischer Anschlag eine Einladung zum Islamunterricht. Nach religiös motivierten Anschlägen braucht es kritische Analysen, die nicht vor religiösen Gefühlen haltmachen. Der Islam muss ebenso heftig durch den Reißwolf der Aufklärung gedreht werden wie das Christentum.
Der aufgeklärte Mensch respektiert zwar alle Menschen, aber er geht gegen Überzeugungen und Ideologien vor. Diese kritisiert und hinterfragt er.
Wenn ein Terrorist bei der Tat „Allahu Akbar“ ruft, dann muss man das ernst nehmen. Religionen sind Ideologien, in die man hineingeboren wird. Die wenigsten Menschen suchen sich eine Religion aus. Sobald er jedoch erwachsen ist, entscheidet sich jeder Mensch, ob und wie er in diesem Glauben weiterdenken und handeln will.
Wenn eine Ideologie nicht mehr kritisiert werden darf, wird sie totalitär. Egal ob Islam, Christentum, Judentum oder Kommunismus: Das Recht, Überzeugungen zu kritisieren und zu verarschen, sorgt dafür, dass sie menschlich bleiben. Wer sagt, der Soldat Mohammed, der vor eineinhalb Jahrtausenden gelebt hat, dürfe nicht karikiert werden, jedoch schweigt, wenn ein Bäcker aus Mekka hingerichtet wird, weil er Christ geworden ist, ist ein fundamentalistischer Fanatiker.
Ein Moslem, der den Koran wörtlich nimmt und sein Leben nach einem mordenden Feldherren aus der Mitte des ersten Jahrtausends ausrichtet, sollte uns so viel Angst machen wie ein Christ, der Scheiterhaufen baut.
Wer glaubt, ich verachte ihn, nur weil ich seinen Glauben kritisiere, verwechselt sich mit seinen Überzeugungen. Der Mensch aber ist mehr als die Summe seiner Ideen. Was die Welt braucht, sind geistige Hämmer, die so auf den Islam schlagen, wie einst Nietzsche auf das Christentum eingeschlagen hat. Ist das islamophob? War die Aufklärung christophob?
Einer der Fachleute für Parteiverbotsverfahren ist Hape Kerkeling.
Wir leben in einer Simulation. 🤪
Im Landtag von Thüringen sollen Experten erstmals ein Verbot der AfD erörtern. Nach Informationen der ZEIT ist einer der Fachleute der Schauspieler Hape Kerkeling. trib.al/pu0Dct0
Die #Chatkontrolle ist ein Frontalangriff auf das digitale Briefgeheimnis. Noch im Oktober erklärte CDU-Fraktionschef Spahn, man sei gegen diese anlasslose Kontrolle von Chats. Heute will die CDU im Europäischen Parlament genau das ermöglichen. Erneut bricht die CDU ihr Wort.




















