Als ich vor ungefähr zehn Jahren angefangen habe Englisch zu lernen, wusste ich selbst nicht, wie viel mir von dieser Welt eigentlich entgeht. Amerika kannte ich vor allem aus Filmen. Durch die Sprache habe ich angefangen, den Menschen selbst zuzuhören und ihre Diskussionen zu verstehen. Ich habe ihre Probleme kennengelernt und gesehen, wie unterschiedlich Menschen innerhalb desselben Landes denken. Darüber habe ich auch meine Liebe zur Politik entdeckt. Die Welt bestand für mich plötzlich aus viel mehr als Ländern, die miteinander Handel treiben oder deren Regierungen irgendwelche Erklärungen abgeben. Da leben Menschen mit eigenen Hoffnungen und Konflikten. Eine Regierung kann die Richtung eines Landes bestimmen und sehr viel verändern. Aber sie kann niemals alles darüber erzählen, wer die Menschen dort sind und wie sie leben. Genauso wenig kann mein unmittelbares Umfeld mir zeigen, was die ganze Welt für mich bereithält.
Wenn ich irgendwann 90 bin und auf mein Leben zurückblicke, möchte ich froh darüber sein, dass ich mir diese Möglichkeiten gegeben habe. Dass ich die Dinge ausprobiert habe, die mir wichtig waren und die Person werden durfte, die ich sein wollte. Ich möchte mich an mein eigenes Leben erinnern können und nicht nur daran, wie sehr ich versucht habe, niemanden zu enttäuschen. Ich weiß nicht, was danach kommt. Ich weiß auch nicht, ob ich einmal alles richtig finden werde, was ich heute entscheide. Aber ich möchte mir wenigstens sagen können, dass ich mich getraut habe. Dass ich mir selbst die Chance gegeben habe, glücklich zu werden, als noch so viel Leben vor mir lag. 💕
Manchmal treffen wir in jungen Jahren Entscheidungen, deren Gewicht wir erst viel später verstehen. Wir lassen Dinge sein und behalten Gedanken für uns aus Angst davor, was unsere Familie sagen könnte oder wie andere uns danach ansehen. In dem Moment scheint das leichter. Niemand ist enttäuscht und niemand redet. Aber irgendwann muss man auch mit dem leben, was man sich selbst aus dieser Angst heraus genommen hat.
Ich merke ja, wie manche Menschen mich anschauen. Manche lachen und manche reden über mich. Und ich kann sogar nachvollziehen, was dabei in ihren Köpfen passiert. Die sehen mich und denken sich ihren Teil über mein Aussehen oder darüber, wie ich lebe. Ich kenne diese Vorstellungen davon, wie ein Mensch auszusehen hat und was als normal gilt. Natürlich trifft mich das trotzdem. Ich bin auch nur ein Mensch. Aber selbst mit diesen Blicken und diesem Gerede leben zu müssen fühlt sich für mich besser an, als mich jeden Tag zu verstecken und ein Leben zu führen, in dem ich selbst kaum vorkomme.
Mit einer Lüge meine ich dabei nicht diese kleinen Dinge, die wir alle manchmal sagen. Man sagt etwas, um aus einer unangenehmen Situation herauszukommen oder damit jemand nicht sauer wird. Mir geht es um die Dinge, die das eigene Leben bestimmen. Darum, wen man liebt und wer man sein möchte. Darum, morgens aufzuwachen und zu wissen, dass man eigentlich ganz anders leben will. Man kann das lange wegschieben. Aber auch dieses Wegschieben hat Konsequenzen. Die verschwinden nicht einfach dadurch, dass niemand sonst etwas davon mitbekommt.
Ich denke dabei an Menschen, die trinken, um ihre Gedanken eine Weile nicht hören zu müssen. An Menschen, die früh heiraten, weil das Umfeld es erwartet und sie hoffen, dass sich damit auch das erledigt, was sie innerlich beschäftigt. An Menschen, die ihre eigenen Gefühle für etwas Falsches oder eine Sünde halten. Solche Erwartungen gibt es in muslimischen Familien und genauso in christlichen Familien oder in einem Umfeld, das sich überhaupt nicht als religiös versteht. Wenn man niemanden hat, mit dem man offen reden kann, erscheint einem das eigene Leben irgendwann wie etwas, das man unbedingt geheim halten muss. Gerade in einem kleinen Dorf kennt jeder jeden. Man will nicht plötzlich die Person sein, über die alle lachen. Man will seine Eltern nicht enttäuschen und nicht ständig erklären müssen, warum man so ist. Ich verstehe diese Angst. Es wäre unfair so zu tun, als wäre es für jeden leicht, sich darüber hinwegzusetzen.
Was ich schwer verstehe ist, wenn Menschen unter diesen Erwartungen leiden und sie trotzdem an andere weitergeben. Wenn jemand sich selbst bestimmte Dinge nie erlaubt hat und deshalb auch anderen das Recht darauf abspricht. Vielleicht steckt dahinter manchmal Ignoranz. Vielleicht haben manche aber auch wirklich nie gesehen, dass ein anderes Leben möglich ist. Wer immer nur dieselben Reaktionen erlebt und dieselben Vorstellungen hört, kann irgendwann glauben, dass die ganze Welt so denkt. Dann fühlt sich schon der Gedanke an ein anderes Leben völlig unrealistisch an.
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🇮🇱🇪🇸 | Israel | Netanyahu amenaza a España: «Podrían sufrir cortes de luz repentinos y accidentes ferroviarios»
Replying to @RabbiJeffx
YES. In 2024 Renfe awarded I-SEC (subsidiary of Dutch-based ICTS International, founded by former Shin Bet and El Al security personnel) three contracts for train/station/workshop surveillance and security services covering multiple Spanish regions. These are physical guarding roles, unrelated to the signaling systems cited in today's crash investigation.
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שותפות יהודית-ערבית
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me when the bi guy with a taper fade, goatee and a hung dick tells me the earth is flat
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Im so sorry im out.
Sorry for dragging your ass @iamcardib
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