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Joined June 2008
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Die aktuellen Diskussionen rund um #Ostdeutschland waren ein Anlass für ein Gespräch mit ⁦@watson_de⁩ über unseren ⁦@8082podcast⁩, den wir seit 2020 als Hobby betreiben. Wir verbinden unsere persönlichen Geschichten mit dem Großen & Ganzen. 👇 watson.de/leben/interview/70…
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Die Ukraine Mitte 2026: Zwischen Aufschwung, Erschöpfung und Kriegsrealismus Die aktuellen ukrainischen Erfolge im Luftkrieg gegen Russland haben für einen leichten Aufschwung in der Gesellschaft gesorgt. Auch Selenskyjs Umfragewerte steigen wieder. Jedoch überwiegt in der Ukraine ein gesunder Kriegsrealismus, während sich politisch im Land im ersten Halbjahr von 2026 doch vieles verändert hat. Es ist wieder Zeit für einen ultralangen Tweet mit meinen subjektiven Einschätzungen zum Stand der ukrainischen Politik und Gesellschaft nach 4,5 Jahren des vollumfänglichen Krieges. 1. Von einer guten Stimmung in der Ukraine kann zwar keine Rede sein. Das Kriegsende ist nicht in Sicht, die Generalmobilmachung geht weiter und es sterben jeden Tag Menschen. Dass die Ukraine den Luftkrieg immer stärker nach Russland selbst bringt und Erfolge bei der Isolierung der Krim hat, sorgt trotzdem für einen gewissen Aufschwung. Schaut man auf die Umfragen, gibt es wieder Menschen, die sagen, das Land entwickele sich in die richtige Richtung. Auch die Werte des Präsidenten Selenskyj steigen wieder. Was allerdings auch mit seinen öffentlichkeitswirksamen PR-Aktionen zu tun hat ("Erlaubnis", die Parade in Moskau durchzuführen, Brief an Putin etc.). 2. Die ukrainische Gesellschaft tickt allerdings im Großen und Ganzen (besonders jenseits der Social Media-Blasen) nicht im Universum der westlichen Schlagzeilen, in denen die Ukraine jede ein paar Monate entweder den Krieg gewinnt oder kurz vor Ende steht. Da jeder jemanden kennt, der im Fronteinsatz ist, weiß man auch auf der Privatebene, dass die ganzen groß aufgemachten Kehrtwenden mit der Realität vergleichsweise wenig zu tun haben. An der Front ist die Lage so, dass Russland größtenteils weiterhin sehr langsam vorankommt, zudem auch an wenigeren Abschnitten als etwa 2024 oder 2025. Die Erfolge der Ukraine im Bereich der sogenannten "Middle Strikes" sind bemerkenswert, aber es gibt auf der halbwegs seriösen Ebene keine Illusionen darüber, dass die Russen darauf keine Antwort findet werden. Die technologische Entwicklung ist ja in diesem Krieg ein ständiges Katz-und-Maus-Spiel auf beiden Seiten. Den Menschen gibt es jedoch definitiv viel Kraft, dass die Ukraine auch nach 4,5 Jahren derart stark dagegenhalten kann. 3. Was explizit hier in Kyjiw zu beachten wäre, ist der veränderte Umgang der Menschen mit den Gefahren des Luftkrieges. Zwar ist die Hauptstadt spätestens seit Herbst 2022 das wichtigste Ziel der russischen Angriffe im Hinterland. Es gab natürlich ab und zu eine oder andere Unterbrechung, doch Kyjiw wird im Rahmen der russischen Möglichkeiten stets beschossen. Die letzten fünf größeren Angriffe haben sich allerdings explizit auf die Drei-Millionen-Stadt konzentriert. Das mathematische Ausmaß dieser Angriffe kann Russland nicht mehr in die Höhe treiben: Kyjiw wird fast mit allem beschossen, was Moskau rechtzeitig produzieren kann. Weil das Defizit der Flugabwehrraketen für Patriot-Systeme ein seriöses Problem ist, setzt der Kreml verstärkt auf ballistische Raketen, die mit anderen Mitteln kaum abgefangen werden können. Das Ergebnis: Mehr Einschläge kommen durch. Es gibt mehr Zerstörungen sowie Tote. Deswegen werden Luftalarme zuletzt deutlich ernster wahrgenommen. Bei den letzten drei Angriffen wurde immer wieder ein neuer "Rekord" bei der Anzahl der Menschen aufgestellt, die in der hiesigen U-Bahn übernachten. Es gibt jedoch unverändert auch viele Fatalisten, die es so nehmen wie es eben kommt. Das ist ebenfalls völlig verständlich, aber wohl nur für die, die sich hier ständig innerhalb der letzten Jahre aufhalten. 4. Weil es in den letzten Wochen richtig heiß wurde, sind Stromabschaltungen wieder in den Alltag zurückgekehrt (verstärkte Nutzung der Klimaanlagen und planmäßige Reparaturen bei Atomkraftwerken spielen hier neben den Folgen der russischen Angriffe eine zentrale Rolle). Allerdings bisher in einem sehr kleinen Ausmaß (meist abends zwischen etwa 17 und 22 Uhr). Ab morgen kühlt es sich für eine Weile wieder etwas ab. Die heißeste Phase des Sommers folgt aber noch und wir werden schauen, welche Auswirkungen es dann gibt. Der extrem heiße Juli 2024 war ja in Kyjiw äußerst problematisch. Die großen Sorgen darüber, dass Russland systematisch Kyjiws Wasserversorgungsinfrastruktur angreifen könnte, haben sich zum Glück bisher nicht bewahrheitet. Was jedoch nicht heißt, dass es nicht noch kommt. Die ganz großen Strom- und Heizungsprobleme werden aber logischerweise wieder im Winter erwartet. Die große Hoffnung ist diesbezüglich vor allem, dass es nicht derart heiß wie beim letzten Mal wird. 5. Das große Streitthema innerhalb der Gesellschaft bleibt die Mobilisierung. Insgesamt hat sich die Personalnot der ukrainischen Armee gefühlt etwas verkleinert. Dazu trägt auch die technologische Entwicklung bei. Auf der anderen Seite steigt die Anzahl der Fälle der Straßenmobilisierung bzw. der sogenannten "Bussifizierung" in Städten wie Kyjiw deutlich. Der neue Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow wurde öffentlich damit beauftragt, dieses Problem zu lösen und soll demnächst seine Vision der Reformierung der Arbeit der Einberufungsbüros vorstellen. Hinter verschlossenen Türen, auch im Verteidigungsausschuss des Parlaments, überwiegend Skepsis, ob da etwas unter Umständen des laufenden Krieges überhaupt grundlegend reformiert werden kann. Dieser Skepsis schließe ich mich eher an. Keiner sagt, dass ein Weiter so richtig wäre, gerade man die Korruptionsanfälligkeit der Einberufungszentren sowie die oft skandalösen Fälle der gewaltigen Mobilisierung auf der Straße anschaut. Mir fehlt jedoch die Fantasie, wie sich das Ganze in der aktuellen Situation quasi von heute auf morgen verändert werden kann. 6. Stichwort Fedorow. Die Ernennung des beliebten 35-jährigen Ex-Digitalministers, äußerst erfolgreich im vorigen Amt, war eine von zwei Personalentscheidungen Selenskyjs, die ihm verhalfen, die Korruptionsaffäre in seiner Umgebung Ende 2025 ziemlich locker zu überleben. Viele Fachleute hatten jedoch befürchtet, dass Fedorow, der gerne als großer Reformator auftritt, im chaotischen Bürokratieriesen gerade jetzt fehl am Platz ist. Insgesamt ist aber sein erstes Halbjahr im Amt als Erfolg zu bewerten. Vor allem hat Fedorow die Reform der Flugabwehr initiiert. Es wurde die sogenannte "kleine Flugabwehr" geschaffen, um das Abfangen von vergleichsweise billigen russischen Drohnen effizienter zu gestalten. Das hat zweifellos funktioniert. Die technologische Entwicklungen sowie der deutliche Fortschritt bei Einkäufen des aktuell wohl wichtigsten Ministeriums des Landes sind nicht von der Hand zu weisen. 7. Fedorow wurde aber zum ersten Mal mit Aufgaben beauftragt, die ihn automatisch bei vielen unbeliebt machen und die oft sowieso kaum lösbar sind. Neben der natürlichen Mobilisierungsproblematik geht es etwa um die allgemeine Armee-Reform. Es steht zum Beispiel außer Frage, dass Soldaten, die seit 2022 oder gar noch länger dienen, zumindest eine Auszeit verdient hätten. Die andere Seite ist jedoch die praktische Erfahrung dieses Krieges: Wenn eine erfahrene Einheit an der Front abgesetzt wird, entstehen ziemlich schnell entsprechende Lücken. Der bereits präsentierte Teil der Reform sieht unter anderem vor, dass Soldaten einen vergleichsweise gut dotierten Vertrag unterschreiben können und nach 14 Monaten Dienst mindestens ein halbes Jahr nicht wieder mobilisiert werden dürfen (beim direkten Fronteinsatz ist die Dauer der Auszeit länger). Theoretisch ist dies zumindest ein Licht am Ende des Tunnels für viele. Das ist aber einerseits nicht zwingen etwas, was einige Soldaten unter richtiger Demobilisierung verstehen. Anderseits sind die Quellen für die langfristige Finanzierung nicht ganz klar - und es gibt durchaus objektive Gründe für die Skepsis seitens des Generalstabs, der im Fall der Fälle die Soldaten irgendwie qualitativ ersetzen müsste. Beim Fedorows Vorhaben, 30 bis 50 Prozent der Stellen in den Sturmeinheiten zu besetzen, ist es ebenfalls unklar, ob es überhaupt realistisch ist und wie das Ganze finanziert werden soll. Zumal ein zu hoher Anteil der Ausländer in der Armee bei allen Vorteilen auch automatisch viele Risiken mit sich bringt. 8. Daher ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass im Hintergrund ein größerer Konflikt zwischen dem Minister Fedorow und der Armee-Führung tobt. Dieser war vorprogrammiert. Unter anderen Ministers diente das Ressort vor allem als Dienstleister des Generalstabs, der im Rahmen des Möglichen das erfüllte, was der Letztere wollte. Fedorow hat allerdings eigene Visionen und sogar einen eigenen "Kriegsplan". Hinzu kommt, dass es nicht mal ein offenes Geheimnis ist, dass Fedorow den Armee-Befehlshaber Syrskyj gerne loswerden würde. Dem Letzteren steht Selenskyj aber eindeutig bei. Die Beziehungen zwischen Selenskyj und Fedorow sollen sich sowieso etwas abgekühlt haben, heißt es im Hintergrund. Ursprünglich wollte der Präsident den 35-Jährigen zu seinem neuen Büroleiter befördern. Seine Reformideen schienen ihm am Ende wohl zu radikal. So muss der junge Minister nun die Realitäten der Politik auf dem harten Weg erlernen. Ganz einfach ist dieser tatsächlich nicht. Gegen den einst auch bei Selenskyj-Kritikern unumstrittenen Fedorow werden durchaus schmutzige Medienkampagnen geführt. 9. Die andere richtungsweisende Personalentscheidung Selesnkyjs war ganz am Anfang von 2026, den ebenfalls beliebten Chef-Militärgeheimdienstler Kyrylo Budanow zum Nachfolger des einst allgegenwärtigen und äußerst umstrittenen Leiter des Präsidialamtes Andrij Jermak zu machen. Budanow wurde schnell zum faktischen Chefunterhändler bei schwierigen Gesprächen mit den USA und Russland, ist zuletzt aber immer stärker auch für die Innenpolitik zuständig. Fakt ist, dass das Präsidentenbüro unter Budanow deutlich demokratischer wurde, wie das allgemeine Machtsystem Selenskyj in den letzten Monaten ebenfalls. Nicht nur sind gefühlt alle Prozesse nicht mehr an einer Person, Jermak, gebunden. Viel mehr Menschen haben nun direkten Zugang zu Selenskyj. Budanow hat zudem vergleichsweise hohes Ansehen bei der Opposition, mit der er vernünftig reden kann. Wie lange es noch gut geht, ist jedoch eine offene Frage. Budanow ist immer noch ein ziemlich fremdes Teil im persönlichen Team des Präsidenten, zumal jemand, der in allen Präsidentschaftsumfragen auf dem dritten Rang hinter Selenskyj und Ex-Armeechef Walerij Saluschnyj steht, automatisch eigene politische Ambitionen hat. Zudem ist nicht alles, was Budanow im Hintergrund umsetzt, unumstritten. Er gilt etwa als Hauptinitiator von mehreren Projekten, die letztlich zum laufenden Geschichtskonflikt mit Polen führten. Budanows zeitige Absetzung ist allerdings äußerst unwahrscheinlich - aus dem Grund der potenziellen politischen Konkurrenz, aber auch wegen der bloßen Tatsache, dass eine bereitstehende vernünftige Nachfolgekandidatur schlicht nicht existiert. 10. Die letzten Umfragen zeigen: Würden die Wahlen an diesem Sonntag stattfinden, würde Selenskyj den ersten Wahlgang gewinnen. In der Stichwahl verliert er jedoch knapp hinter Saluschnyj, der in seiner Rolle als Botschafter in London aus der aktuellen politischen Agenda etwas rausgefallen ist. Für Saluschnyj, der zuletzt Selenskyj gegenüber erklärt haben soll, er würde im Falle der Wahlen kandidieren, ist es aber nicht zwingend eine schlechte Sache. Denn unverändert weiß kein Mensch, wie dieser Krieg zu Ende geht. Es gibt jedoch weiterhin wenig Sinn, sich zu viele Gedanken über das Thema Wahlen zu machen. Aufgrund der gestiegenen Umfragewerte Selenskyjs haben wohl einige Menschen im Präsidentenbüro dazu bewegt, mit dem Thema Wahlen im Krieg noch einmal zu liebäugeln. Der letzte Beschuss von Kyjiw in der Nacht auf den 2. Juli mit mindestens 30 Toten hat aber wieder vor Augen geführt, warum die Wahlaustragung im Moment überhaupt nicht in Frage kommt. 11. Abschließend: Im Allgemeinen sieht das Hauptproblem der Ukraine folgendermaßen aus. Eigentlich hat Kyjiw einen Stand erreicht, der bei einer vernünftigeren russischen Staatsführung vielleicht sogar zu einem bloßen Waffenstillstand ausreichen würde. An der Front bleiben Durchbrüche in die eine oder andere Richtung extrem unwahrscheinlich. Zumal die technologische Entwicklung die Seite, die sich in der Defensive befindet, quasi bevorzugt und einige Personalprobleme ausgleicht. Im Hinterland steht zuletzt auch Russland immer stärker unter Druck. Zudem sind logistische Probleme rund um die Krim für Russland prinzipiell kaum zu lösen und werden immer wieder auftauchen. Unter diesen Umständen würde es für Russland eigentlich Sinn machen, vorerst auf die Pause zu drücken. Zumal sich im Falle eines Waffenstillstandes, der sich mehr oder weniger auf eine Waffenruhe beschränkt, und das ist das realistischste Szenario für irgendwann in der Zukunft, perspektivisch einige Möglichkeiten eröffnen könnten. Die Ukraine wird Wahlen austragen müssen, die Frage der Grenzöffnung für Männer wird heiß diskutiert, die unvermeidliche Ausreisewelle wird die Wirtschaft noch einmal hart treffen - und sowieso wird es schwierig sein, die ukrainische Armee für die "Runde drei" noch einmal zu mobilisieren. Da könnte man sich aus der zynischen russischen Perspektive bei allen Risiken auch für Moskau zurücklehnen und schauen, wie sich das Ganze in Wirklichkeit entwickelt. Das Problem bleibt: Wladimir Putin scheint in seiner eigenen Realität zu leben und besteht unverändert auf völlig absurden Vorbedingungen für einen Waffenstillstand, die der militärischen Realität nicht entsprechen. Daher hat die Ukraine keine andere Wahl, als so viel Druck wie möglich auf Russland auszuüben. Doch ob dieser am Ende ausreicht und die aktive Phase des Krieges nicht noch ein paar Jahre dauert, was leider durchaus wahrscheinlich ist, bleibt eine offene Schlüsselfrage. Eine Alternative zum aktuellen Vorgehen existiert aber nicht.
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Aber das Friedensabkommen! Aber Boris Johnson! Es wird behauptet: „Der Westen hinderte nach Kriegsbeginn am Abschluss eines Friedensabkommens, Selenskyj kurz das unter Vermittlung der Türkei zwischen Russland und der Ukraine fertig ausgehandelt war.“ Diese Behauptung ist falsch. Richtig ist: Es gab im März 2022 kein fertiges und von beiden Seiten akzeptiertes Friedensabkommen. Der Westen hat die Ukraine nie an Verhandlungen oder Abkommen mit Russland gehindert. Immer wieder taucht der Mythos auf, dass die Ukraine nur wenige Wochen nach Kriegsbeginn dazu bereit war, bei Friedensgesprächen in Istanbul ein fertiges Abkommen mit Russland zu unterzeichnen. Der Westen, vor allem der damalige britische Premierminister Boris Johnson (2019–2022), hätte in Kyjiw darauf gedrängt, dieses Abkommen zu verwerfen. Dieser Mythos wird verbreitet, um den Eindruck zu erwecken, dass die Schuld für den Krieg spätestens ab diesem Zeitpunkt beim Westen liege. Das ist falsch. Tatsächlich verhandelten im März 2022 die Ukraine und Russland auf Vermittlung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan zunächst in Antalya und dann in Istanbul miteinander. Die Ukraine war in diesen Gesprächen grundsätzlich dazu bereit, über die Änderung des Ziels einer Mitgliedschaft in der NATO zugunsten wirksamer Sicherheitsgarantien durch Russland und westliche Staaten nachzudenken. Weitere Punkte in diesen Verhandlungen waren russische Forderungen nach einer Verkleinerung der Größe der Streitkräfte der Ukraine und eine mögliche Verschiebung einer Klärung der Zugehörigkeit der Krim. Die Ukraine bestand ihrerseits auf einem Rückzug der russischen Armee auf die Linien vor dem 24. Februar 2022 und auf endgültige Entscheidungen der wesentlichen Punkte einer möglichen Einigung in einem Treffen zwischen den Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und Wladimir Putin. Ein fertig verhandeltes Abkommen, dem beide Seiten zugestimmt hätten, gab es nach dem letzten Treffen in Istanbul am 29. März 2022 nicht. Zeitgleich mit den laufenden Verhandlungen in Istanbul mussten die russischen Truppen nördlich von Kiew aufgrund ihres gescheiterten Angriffs auf die ukrainische Hauptstadt den Rückzug antreten. Die Ukraine gewann damit auch die Kontrolle über die Kiewer Vororte Butscha und Irpin zurück. In den Tagen ab dem 29. März 2022 deckte die Ukraine russische Gräueltaten in Butscha auf. In den Straßen des Kiewer Vororts fanden die einrückenden Streitkräfte der Ukraine Leichen von Zivilisten mit auf dem Rücken gefesselten Händen, Opfer von Vergewaltigungen und von grausamer Folter. Allein in Butscha quälten und töteten die russischen Besatzer innerhalb eines Monats mehr als 450 Zivilistinnen und Zivilisten. Der Charakter des russischen Kriegs gegen die Ukraine wurde damit für die Ukrainer und die gesamte Welt sichtbar. Präsident Selenskyj und die ukrainische Regierung vertreten seit der Offenlegung der Massaker von Butscha die Auffassung, dass der vollständige Abzug der russischen Besatzer vom gesamten Staatsgebiet der Ukraine und die Verfolgung und Bestrafung der durch russische Soldaten begangenen Kriegsverbrechen Bedingungen für Friedensverhandlungen sind. Der damalige britische Premierminister Boris Johnson besuchte Kiew erst am 9. April 2022. Johnson sagte bei diesem Besuch, dass die in dem Entwurf eines Abkommens in Istanbul vorgesehenen Sicherheitsgarantien durch Großbritannien und andere westliche Staaten aus seiner Sicht nicht leistbar wären. Solche Sicherheitsgarantien hätten eine direkte Kriegsbeteiligung der westlichen Partner bei einem erneuten Aufflammen des Konflikts zur Folge. Das entspricht der Position, die auch Deutschland, Frankreich und die USA vertreten. Weder Großbritannien noch die USA, Frankreich oder Deutschland drängten die Ukraine jemals dazu, ein Abkommen nicht zu unterschreiben oder Verhandlungen abzubrechen. Seit Kriegsbeginn vertreten die Regierungen dieser Staaten konsequent die Haltung, dass es allein Sache der Ukraine ist, ob, wie und worüber Friedensverhandlungen geführt werden. Eine ausführliche Darstellung lässt sich hier nachlesen: Yaroslav Trofimov: Our Enemies Will Vanish: The Russian Invasion and Ukraine’s War of Independence. Penguin Press, 2024.
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Die Stimme am Denkmal in Nabereschnyie Tschelny (Tatarstan) sagt hier: 1. Reihe Gefallene in Afghanistan: 37 2. Reihe Gefallene in Tschetschenien 32 danach: 16 Reihen junger Männern, die in den letzten vier Jahren [in der Ukraine] gefallen sind: 1071
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Wenn man die Umstände hier in Kyjiw im Großen und Ganzen zusammenfasst: Im Durchschnitt müssen die Menschen aktuell erst 14-15 Stunden ohne Strom aushalten, dann kommen ein paar Stunden mit Strom und dann wird dieser wieder abgeschaltet. Die Wahrscheinlichkeit, dass man keine Heizung oder Leitungswasser zu Hause hat, liegt etwa bei 50:50. Darüber hinaus gibt es bedeutende Unterschiede zwischen der Lage westlicher und östlicher des Flusses Dnipro. Auf der anderen Seite ist es noch ein Stück schlimmer. Es ist aber, auf gut Deutsch gesagt, überall beschissen. Überraschend ist das nicht. Seit dem ersten Angriff der aktuellen Beschusswelle gegen Energieanlagen am 10. Oktober war klar, dass der Fokus diesmal neben den front- und grenznahen Gebieten auf der Hauptstadt liegt. Leider hat bereits der allererste Angriff zwei der wichtigsten Wärmekraftwerke Kyjiws bedeutend getroffen. Seitdem versuchen es die Russen, die Sache so hart es geht durchzuziehen. Zu den üblichen Zielen gehören ja darüber hinaus ein anderes wichtiges Wärmekraftwerk südlicher von Kyjiw sowie die mit dem Atomkraftwerk Riwne in der Westukraine verbundene Überleitungsinfrastruktur Richtung der Hauptstadt. Das Vorhaben, einen landesweiten Blackout zu schaffen, hat in den vorigen Jahren nicht besonders erfolgreich funktioniert. Wobei es leider davon auszugehen ist, dass Russland seit Oktober 2025 generell rund die Hälfte der für den Winter eigentlich notwendigen Stromerzeugungskapazitäten ausgeschaltet hat, was man im landesweiten Maßstab keinesfalls nicht unterschätzen sollte. Doch konzentriert man sich vor allem darauf, die Hauptstadt mit realistisch betrachtet rund drei Millionen Einwohnern unbewohnbar zu machen. Die Stimmung in der Bevölkerung, die insgesamt wieder große gegenseitige Solidarität zeigt, lässt sich schwer messen. Klar ist, dass der russische Wunsch, die Menschen würden wegen der Stromausfälle gegen Selenskyj oder wen auch immer protestieren, nicht aufgehen wird. Es gibt höchstens kleine lokale Proteste wegen der ungerechten Stromverteilung (was auch immer gerechte Stromverteilung unter den heutigen Umständen bedeuten soll). Sonst geht es wie immer eher in die andere Richtung als vom Kreml vermutlich gewünscht. Klar ist aber jedenfalls, dass viele an ihre mentalen Grenzen stoßen. Bezeichnend ist diesbezüglich, dass der Versuch einer hierzulande sehr bekannten Popsängerin Tina Karol, die Menschen mit einem Lied zum Thema aufzuwärmen, massiv nach hinten losgegangen ist. In dem Text geht es grob in die Richtung "Wir haben keinen Strom, aber wir haben Wärme in unseren Herzen". Die Anzahl der negativen Kommentare dazu war nahezu unübersichtlich. Gleichzeitig ging eine stromlose Party im Hof eines Wohnungskomplex im positiven Sinne als Symbol der Mut viral. Die Gefühle sind sehr gemischt und bloß unterschiedlich. Jedenfalls stehen die Zeichen vor allem auf eines: Irgendwie durchzuhalten. Das gelingt grundsätzlich. Bürgermeister Klitschko nannte ja absurde Zahlen der Menschen, die Kyjiw im Januar verlassen haben sollten. Mein Eindruck ist allerdings, dass eine bedeutende Ausreisewelle aufs Land oder wohin auch immer ausgeblieben ist. Dies würde man im Alltag schon merken. Die große Hoffnung ist nun mit der nächsten Woche verbunden, wenn es wieder (sehr) leichte Plustemperaturen geben soll. Die Einschätzung der Experten ist jedoch recht eindeutig: Vielmehr als ein-zwei Stunden mehr mit Strom ist nicht zu erwarten. Daher wird der faktische Überlebenskampf weitergehen.
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A short THREAD on russian attacks on Kyiv energy infrastructure: 1) russia sees cold weather as weapon and ally against Ukrainian civilians. russia's goal each winter was: bomb out Ukraine's energy infrastructure and force Ukraine to capitulate or at least provoke unrests. 1/x
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It's New Year, so time to look back and forward. These are 10 things I think we need to recognise in 2026. It’s a response to what I think are profoundly damaging mistaken assumptions I’ve heard and read from practitioners, journalists, and analysts in 2025. Warning: very long🧵
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Die Ukraine 2025: Durchhalten in Zeiten der "Verhandlungen", Stromausfälle und zähen Verteidigung Na gut, es ist wieder Zeit für einen extralangen Zwischenstand über den Zustand der ukrainischen Gesellschaft und Politik am Ende eines ultraschweren Kriegsjahres. 1. So viel Ehrlichkeit erlaube ich mir hier mal jenseits der Arbeit: Es ist ein ausgesprochen beschissenes Jahr gewesen. Vor allem deswegen, weil 2025 halt ein weiteres Jahr war, welches den Menschen überhaupt keine Zukunftsplanung erlaubt. Das ständige Leben unter russischen Drohnen und Raketen, bei dem man unverändert höchstens von heute auf heute planen kann, ist ermüdend. Der psychologische Zustand der meisten Leute in meiner engsten Umgebung hat sich sichtlich verschlechtert. Mir geht es ähnlich. Ich kann über 2025 kein gutes Wort verlieren. Das Niveau des alltäglichen Sarkasmus hat bei mir jedenfalls absolute Rekordwerte erreicht. 2. That being said: Das Ergebnis von 2025 auch, dass die Ukraine unverändert steht. Vor allem im militärischen Bereich tendieren viele außerhalb des Landes dazu, den Stand in welche Richtung auch immer überzubewerten. Fakt ist aber, dass Russland sich von der militärischen Kampagne in diesem Jahr sicher mehr erwartet hat. Die russische Armee bleibt wie seit Oktober 2023 schon in der strategischen Offensive, ist aber von seinen kurzfristigen Zielen wie die Besetzung des gesamten Donbas weit entfernt. Von der für jeglichen adäquaten Waffenstillstand notwendigen Stabilisierung der Frontlinie kann jedoch keine Rede sein. Die Grundprobleme bleiben gleich, sei es die schwierige Mobilisierungsproblematik, die Ausstattung der Streitkräfte oder die Defizite bei der Armeeführung. Es ist aber auch ein weiteres Jahr gewesen, in dem die Männer der Ukraine nicht wie von einigen schon lange vorausgesagt nicht ausgegangen sind. Bei allen Schwierigkeiten schafft es die Ukraine, monatlich rund 25 000 Soldaten einzuziehen. Wie lange das noch geht und welche Methoden dabei eingesetzt werden, ist eine andere Frage. Apokalyptische Szenarien sehe ich in absehbarer Zeit nicht kommend. Die mentale Belastung für die Männer im wehrpflichtigen Alter wird jedoch mit jedem Tag größer. 3. Wenn wir über das Leben in Kyjiw und im weiteren Hinterland reden, hat der russische Luftkrieg 2025 einen neuen Maßstab erreicht. Das hat sich seit Herbst 2024, als sich der Einsatz der Langstreckendrohnen stark erhöhte, abgezeichnet. Für den Alltag in einer Großstadt bedeutet dies unter anderem, dass die Chancen größer wurden, bei einem Luftangriff ums Leben zu kommen. Seit dem Sommer sterben in Kyjiw erstmals im Schnitt mehr Menschen durch Beschuss als bei Autounfällen, was bezeichnend ist. Das hat unter anderem zu tun, dass die Drohnen inzwischen wirklich sehr niedrig fliegen, so auf der Höhe des 15.-20. Stocks. Dies sorgt quasi automatisch für mehr tote und verletzte Zivilisten. 4. Ein wichtiger Teil des Luftkrieges ist die erneute Welle der Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur, die Russland am 10. Oktober begonnen hat und deren Folgen schon jetzt, noch bei leichten Plustemperaturen, größtenteils all das überschatten, was die Ukraine in all den Jahren schon erlebte. In Kyjiw dauern die Stromausfälle öfters bis zu 16-17 Stunden pro Tag. Etwa in Odessa ist die Lage aktuell noch viel kritischer. Insgesamt ist von Stromausfällen ausnahmslos die ganze Ukraine betroffen. Ein Teil der russischen Strategie ist aber mit Sicherheit, dass sich die Situation in unterschiedlichen Regionen bedeutend unterscheidet, um für innengesellschaftliche und innenpolitische Instabilität zu sorgen. Weil der Großteil des Storms von den AKWs in der Westukraine produziert wird, ist die Situation dort grundsätzlich besser. Russland will diese Karte bewusst ausspielen und greift verstärkt Überleitungsanlagen an, damit der dort produzierte Strom nicht bis zum Endkunden transportiert werden kann. Schaut man sich Telegram, TikTok und Instagram an, gibt es eine nicht unbedeutende Anzahl der Menschen, die sich über "ungerechte" Stromverteilung empören, obwohl es hier keine Gerechtigkeit geben kann. Einen Massencharakter hat das nicht. Ungefährlich ist dies aber ebenfalls nicht. Zumal zu wilden Theorien auch die Tatsache beiträgt, dass es sich bei jüngsten Korruptionsenthüllungen nicht zuletzt um den Energiesektor und sogar explizit um den Bau der Schutzräume für AKWs ging. Die Menschen, die daran glauben, Stromausfälle hätten überwiegend mit dem heimlichen Export des Stroms in die EU zu tun, gab es ohnehin auch bei der allerersten Angriffswelle 2022/2023 schon. Verschwörungstheorien sterben nie und nirgendwo. Auch nicht, wenn jeder mit eigenen Augen sehen kann, warum es keinen Strom gibt. 5. Beim Blick auf die Fragen des Krieges und des Friedens hat sich trotz aller Übermüdigkeit 2025 kaum etwas verändert. Nicht nur vorhandene, sondern auch nichtöffentliche Soziologie zeigt ein deutliches Bild: Die absolute Mehrheit der Menschen will einen baldmöglichsten Waffenstillstand, aber nicht zu jeden Bedingungen. Absurde Forderungen wie der freiwillige Truppenabzug aus dem Donbas werden abgelehnt. Auch dem durchschnittlichen Ukrainer, der sich wenig bis gar nicht für die Politik interessiert, ist größtenteils klar, dass es sich um einen Weg ins Nichts handelt (und genau deswegen setzt Wladimir Putin bei aktuellen Verhandlungen vermehrt auf solche Fallen). Gibt die Ukraine bei diesem Ultimatum nach, folgen unvermeidlich weitere Ultimaten. Schließlich stehen ja die Regionen Cherson und Saporischschja ebenfalls in der russischen Verfassung, was die russische Seite bei jeder Möglichkeit unterstreicht. Was ich trotzdem anmerken muss: Während die Grundtendenzen in der ukrainischen Bevölkerung klar ist, darf die Anzahl der Menschen nicht unterschätzt werden, die heimlich von einem Kriegsende zu welchen Bedingungen auch immer träumen, um wohl danach die erste Möglichkeit in Erwägung zu ziehen, aus dem Land abzuhauen. Diese Gruppe, natürlich überwiegend Männer im wehrpflichtigen Alter, ist soziologisch nicht ermessbar, weil die Menschen sowas selbst ihrem engsten Freundeskreis gegenüber ungerne bis gar nicht zugeben. 6. Diplomatische Bemühungen der US-Administration um Donald Trump werden zwar nicht völlig hoffnungslos, aber mit extremer Skepsis empfunden. Man ist sichtlich müde, und zwar nicht zuletzt von der Tatsache, dass sich die US-Verhandlungsposition mehrfach veränderte und überhaupt nicht konsequent ist. Vom ursprünglichen sehr Optimismus mit Blick auf Trump ("Vielleicht ändert sich was, der vorige Ansatz hat ja auch nicht wirklich funktioniert") ist nichts geblieben. Trump ist ungefähr genauso unbeliebt wie Putin und Lukaschenka. Dies resultiert in der Verfestigung eines Trends, der sich ebenfalls länger abzeichnet. Den Menschen ist klar, dass der transatlantische Weg der Ukraine alternativlos ist. Russland hat hier keine Wahl gelassen. An der Funktionsfähigkeit der Strukturen wie die NATO und auch in die EU gibt es aber immer mehr Zweifel. In der Einstellung zu NATO/EU dominiert eine sich immer steigernde Ambivalenz. Das wird größere Folgen für die Zukunft der ukrainischen Innen- und Außenpolitik nach dem Krieg haben. 7. Präsident Selenskyj hatte mit Trump Glück im Unglück. Vieles, was die USA machen, stärkt Selenskyj innenpolitisch den Rücken, obwohl diese Administration in Washington ihn sichtlich nicht sonderlich mag. Das war nach der berühmt-berüchtigten Szene im Oval Office am 28. Februar so, war aber in den vergangenen chaotischen Wochen und Monaten nach der Veröffentlichung der Korruptionsenthüllungen im Rahmen der sogenannten Operation "Midas" der Fall, auch wenn nicht im gleichen Ausmaß. Diese wurden durch die Diskussionen um den angeblichen Friedensplan Trumps beinahe überschattet. Bei all den innenpolitischen Streitereien sieht man ja, unter welchem Druck der Präsident und sein Team stehen. Für die schwierige Arbeit der ukrainischen Unterhändler gibt es ziemlich viel Lob und gar Mitgefühl. Wie auch immer man vereinzelt etwa zum als Verteidigungsminister gescheiterten Delegationsleiter Rustem Umerow, der zudem bei der Operation "Midas" vorkommen könnte: Es geht hier um strategische Interessen der Ukraine, die verteidigt werden müssen. Zudem zweifelt bei aller für die Ukraine typischen Selbstunterschätzungen in manchen Bereichen kaum jemand an, dass die ukrainische Delegation deutlich kompetenter als die heutigen US-Kollegen sind. Und zwar wirklich. 8. Zu politischen Aussichten von Selenskyj etwa nach der Entlassung seiner langjährigen rechten Hand, des einst mächtigen Büroleiters Andrij Jermak, gibt es von mir einen längeren Text, der in den unteren Posts leicht zu finden ist. Daher hier nur kurz: Der US-Druck und die von vielen, auch in den Regierungskreisen, geforderte Jermak-Entlassung haben sogar dafür gesorgt, dass seine Vertrauenswerte zuletzt (sehr) leicht gestiegen sind. Trotz der Operation "Midas" wird Selenskyj als Kriegspräsident kaum in Frage gestellt. Der Konsens darüber, dass die Wahlen während des aktiven Krieges trotz mehrerer US-Vorstöße nicht durchgeführt werden sollten, hält ebenfalls an. Für die Zeit danach gibt es jedoch eine große Nachfrage auf Erneuerung. Weniger als die Hälfte der Menschen, die Selenskyj grundsätzlich vertrauen, würden ihn gerne nach dem Krieg in einer Top-Position in der Politik sehen. Insgesamt hat er aber die bisher größte innenpolitische Krise seiner Amtszeit vorerst überwunden. 9. Viele wichtige Ereignisse in der ukrainischen Innenpolitik hatten mit der Korruptionsbekämpfung zu tun. Die sommerlichen Proteste gegen den wohl von Jermak hauptsächlich initiierten und letztlich gescheiterten Versuch, die Unabhängigkeit der Antikorruptionsorgane einzuschränken, waren bezeichnend. An den ersten bedeutenden Demonstrationen seit 2022 hat kaum jemand teilgenommen, der es sich je in Erwägung ziehen würde, Selenskyj zu wählen. Das war überhaupt nicht seine Wählerschaft. Trotzdem haben die meisten Protestierenden stets darauf geachtet, dass das Land dadurch nicht zusätzlich destabilisiert wird, was letztlich wie die (zugegeben gerade unter Krisenzuständen mit riesigen Budgets sowieso so gut wie überall unvermeidliche, siehe Deutschland in der Corona-Krise) Korruption selbst nur in die Hände Russlands spielen würde. Ob die staatliche Reaktion auf die Operation "Midas" ausreichend war, ist eine Streitfrage. Man darf sich etwa zu Recht fragen, wie Tymur Minditsch, einer der Hauptmänner hinter der Korruptionsaffäre, das Land gerade noch rechtzeitig verlassen konnte. Insgesamt war die Reaktion mit Ministerrücktritten, Sanktionen gegen Minditsch und Co und der Jermak-Entlassung ziemlich schnell. Die Ukraine hat sich als ein Land mit effektiver Zivilgesellschaft gezeigt, in der auch unabhängige Antikorruptionsbehörden mitten im Krieg und unter Druck (der in Zeiten des Selenskyj-Vorgängers Petro Poroschenko nicht kleiner war) durchaus ihre Arbeit leisten können. 10. Leider sind die Aussichten für 2026 nicht besonders rosig. Ein wirkliches Kriegsende ist eigentlich nicht in Sicht, weswegen ich beinahe darauf tippen würde, der aktive Krieg würde auch 2027 weitergehen. Dies hängt allerdings von mehreren Faktoren ab. Die von mir immer angesprochene Stabilisierung der Front rückt unter aktuellen internationalen Umständen in weite Ferne. Die Ukraine schafft es, keine strategischen Niederlagen zu erzielen. Dass der langsame Vormarsch der russischen Armee zumindest dauerhaft gestoppt wird oder dass diese sogar die strategische Initiative verliert, ist nicht abzusehen. Ein Hoffnungsschimmer bleibt die wirtschaftliche Lage in der Russland, deren realen Zustand kaum einzuschätzen ist und wohl auch Wladimir Putin selbst nicht wirklich bewusst ist. Gerade bei der inkonsequenten US-Politik unter Trump ist mit zahlreichen Wundern nicht zu rechnen. Am Ende gibt es Gründe zur Annahme, 2026 könnte ein noch schwereres Jahr als 2025 werden, aber zum Glück keine, die auf einen baldigen Zusammenbruch der Ukraine hindeuten würde. Es ist nicht alles schlimm und ja, wir leben noch, auch wenn nicht so, wie jeder von uns es sich gerne gewünscht hätte.
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LifeGoal: Enten im Deutschlandfunk nachmachen. ✅ deutschlandfunk.de/fokus-lan…
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Ist Ehrfurcht das richtige Wort? Ich denke ja. Neben all diesen Knaller-Nominierten von WDR, NDR, MDR, RTL, mit einem Hobby in der Liste zu stehen. 😲Das hätten wir uns vor 3 Jahren und über 40 Folgen nicht gedacht. Ihr könnt für uns abstimmen. Auch wenn jeder es verdient hat.
Der Podcast „Ostkinder 80/82” von Danny Frede und Alexander Derno ist mit Folge 39 „Sonneberg ist unsere Schuld!“ nominiert in der Kategorie CIVIS AUDIO PODCAST. @Dann_____y @ypoxx ➡️podcastpreis.civismedia.eu/a…
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Über die Begründung freue ich mich ganz dolle, weil es genau beschreibt, was wir in all den anderen Folgen jedes Mal aufs Neue versuchen zu leben.
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Wer freut sich gerade als Podcast-Tipp in der Süddeutschen erwähnt zu werden? 🙃
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Alexander Derno retweeted
Wer will unsere frisch gedruckte und handgeschriebene Ansichtskarte in der Post haben? 👇 Fast 4 Millionen Ostdeutsche sind seit 1990 in den Westen gegangen: Und wir sind zwei davon. Deshalb ist der Osten da, wo wir sind! 😍💌 #ansichtskarte #ansichtssache #ansichtssachenkarte
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Wir waren im Gespräch mit watson über oberflächliche Ansichten über Ostdeutschland, warum wir kein DDR Podcast sind und was West und Ost unterscheidet. Klickt rein :) watson.de/leben/interview/70…
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Steile These, mit der Danny mich in unserer Sonderfolge zu #Sonneberg konfrontiert hat. Folge davon: ich werde jetzt Fördermitglied meiner alten Schule in #Rostock. Hört rein in unser Gespräch! Überall wo es Podcasts gibt.
Sonderfolge: Sonneberg! Wir zwei, Danny und Alex, sind persönlich verantwortlich für das Erstarken der AFD. Das ist die Anfangsthese. Wir bereden Ausschnitte von @Maurice_Conrad, @wrint_de mit @HerrLuehmann, @TiloJung mit @ProfMeisterhans , @MarkusLanzTV 🎧8082.eu
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Ich fühle mich immer noch etwas komisch, wenn ich sowas Schönes über unser Hobby @8082podcast lese. Aber es ist ein schönes komisches Gefühl.
Replying to @alexmatzkeit
46. Ostkinder 80/82 #35 / So aufrichtig und so angenehm sprechen @Dann_____y und Alex miteinander, da könnte ich ewig zuhören, obwohl ich null direkten Bezug zum Thema habe. Große Empfehlung!
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Welchen Podcast aus oder vom Osten Deutschlands müssen wir noch hören? Bitte Tipps ☺️👇
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